• Montag, 13. Mai 2019

    Politik & Wirtschaft

    5 x 10 Minuten für die Kommunalpolitik

    Am 8. Mai trafen sich viele interessierte Bürger zu einem 10G-Spezial im Heizhaus. Fünf Fraktionsvorsitzende bzw. stellvertretende Fraktionsvorsitzende erzählten in jeweils zehn Minuten, über ihre Motivation sich in die Kommunsalpolitk der Stadt Güstrow einzubringen. Hier nur ein kleiner Ausschnitt des informativen Abends:

    Den Anfang machte Kurt Werner Langer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler in der Stadtvertretung. Der Ur-Güstrower war viele Jahre als Offizier auf hoher See tätig. Seit 2003 sitzt er im Stadtparlament. Sein Motto: Nicht nur meckern, sondern machen. Ihm gehe es nicht um parteipolitische Interessen, sagt er, sondern darum dem Bürger auf den Mund zu schauen. Miteinander reden und an dran zu bleiben, sei sein Kredo. So schaut er sich oft die Orte an, um die es geht und stellt viele Fragen. Einer seiner Wünsche ist, dass bereits auf den Ortseingangsschildern nicht nur Güstrow als Barlachstadt, sondern auch als Kreisstadt sichtbar ist.

    Sascha Zimmermann, FDP-Mitglied und Fraktionschef Bündnis Grüne/FDP wurde in Brandenburg geboren. Nach seinem Eintritt in die FDP arbeitete er auch hauptberuflich für seine Partei. Als Pressesprecher kam er nach Mecklenburg und ist auch nach dem Ausscheiden der FDP aus dem Landtag gern geblieben. „Ich bin hier zwar nicht geboren, fühle mich aber heimisch“, sagt er. Inzwischen ist er als Rechtsanwalt tätig. An Güstrow schätzt er die Natur und Umwelt und sieht die Kleinteiligkeit der Stadt als großes Pfund. Auch für ihn ist die Arbeit im Ehrenamt wichtig und selbstverständlich: Nur wer sich bewegt, kann etwas bewegen, ist er überzeugt.

    Jens-Hagen Schwadt, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE, ist seit 1995 für seine Partei in der Barlachstadt aktiv. In Cottbus geboren war er viele Jahre in der Braunkohle tätig bis es ihn nach Güstrow verschlug. Seit 29 Jahren ist sein Name eng mit dem Filmklub verbunden. So liegen ihm ganz besonders die Kultur- und Jugendarbeit der Stadt am Herzen. Durch seine ehrenamtliche Tätigkeit im Filmklub konnte sich Güstrow zum Zentrum des Dorfkinos entwickeln. Als Aufsichtsratsmitglied der Stadtwerke Güstrow hat er aber auch die Arbeit der Stadtwerke im Fokus. Als IT-Administrator der Beruflichen Schule Bockhorst weiß er, Güstrow auch als Bildungsstandort zu schätzen: „Güstrow ist auch durch den Standort Bockhorst bekannt.“ Kultur muss dort stattfinden, wo es sich keiner leisten kann, ist er überzeugt. Der Leerstand des Jugendhauses ärgert ihn. Kommunalpolitik ist für ihn Sachpolitik.

    Hartmut Reimann, Fraktionsvorsitzender der SPD war nach der Wende in der Bürgerinitiative zur Rettung der Innenstadt aktiv. Aus dieser ehrenamtlichen Tätigkeit in der Aufbruchstimmung der Nachwendezeit entwickelte sich bei ihm der Wunsch auch langfristig politisch tätig zu sein. 1991 trat er in die SPD ein, seit 2008 führt er den Fraktionsvorsitz in der Stadtvertretung. Die positive Entwicklung Güstrows stellte er in den Vordergrund. Seine Motivation ist es, diese auch weiterhin voran zu treiben. Die Ausweisung von Neubaugebieten hat seiner Meinung nach zu lange dauert. „Wir hätten rechtzeitig nachfassen müssen. Eine Nachlässigkeit, die uns nun auf die Füße fällt“, bedauert er.

    Heiko Karmoll, Fraktionsvorsitzender der CDU ist seit 2004 Mitglied seiner Partei und seit 2009 in der Stadtvertretung tätig. „Ich bin Handwerker und Bürger, kein Politiker“, betont er. Er möchte ein Ohr für die Bürger haben und deren Wünsche in das Parlament einbringen. Ordnung und Sicherheit in der Stadt, der Leerstand in der Innenstadt, die Entwicklung des Stahlhofs, Sport und Bildung sowie ein Schulneubau sind die Themen, für die er sich einsetzen möchte. Der Ausbau des Rosengartens zu einem Bürgerpark gehört unter anderem zu einem der Punkte, für die er sich in der kommenden Legislaturperiode stark machen möchte.

    Nach jedem Vortrag hatten die Gäste Zeit, zehn Minuten ihre Fragen an die Kandidaten zu stellen. Inwieweit der Pferdemarkt ohne Einschränkung der Gastronomie und des Einzelhandels senioren- und behindertengerecht gestaltet werde kann, löste bei den Fragen an Kurt Werner Langer eine rege Diskussion aus. Fragen zum Leerstand der Hasenwaldschule und der Überbelegung der Grundschule An der Nebel stießen bei den Kandidaten auf unterschiedliche Meinungen. Während sich alle für einen Schulneubau aussprachen, verwies Hartmut Reimann auch auf freie Schulplätze in der Fritz-Reuter- und Inselsee-Schule. Auch das Thema Klärschlamm beschäftigte die Anwesenden. Jens-Hagen Schwadt zeigte sich überzeugt, dass die Güstrower Stadtwerke kein Betätigungsfeld aufnehmen würden, das sie ruinieren könnte oder Güstrow unattraktiv macht.

    7.500 Pendler kommen täglich in die Stadt, um hier zu arbeiten. Die Ausweisung von entsprechenden Parkplätzen war ebenfalls ein Thema, dass den Gästen unter den Nägeln brannte. Einig waren sich alle, dass hier eine Lösung gefunden werden muss, diese allerdings nicht zum Nulltarif möglich ist.

    Das Organisatorenteam von 10G bedankt sich bei allen Gästen und Vortragenden für die gelungene Veranstaltung.

  • Dienstag, 7. Mai 2019

    Sport & Spass

    Motocross am Maifeiertag in Groß Schwiesow

    Ganze 2.500 Zuschauer bestaunten spannenden Motocrosssport beim traditionellen Rennen am Maifeiertag. Einwandfreie Bahnbedingungen, eine gute Organisation und unfallfreie Rennen sorgten für beste Stimmung im Publikum und unter den Teilnehmern.

    Höhepunkte waren die beiden Wertungsläufe um Punkte für die Landesmeisterschaft in der Königsklasse MX1. Zunächst sah es nach Lübtheen erneut so aus, als würde der Karlshofer Davide von Zitzewitz sich als Gast ein weiteres Mal den Tagessieg holen. Ein platter Reifen bremste ihn jedoch aus und so war der Weg für den Endurospezialisten Björn Feldt vom MC Grevesmühlen frei. Die starke Konkurrenz machte ihm den Sieg allerdings nicht leicht und er musste sich mächtig anstrengen, um Marvin Beier (Rhena) und Dan Kirchenstein (Utzedel) abzuhängen. „Ich fahre ja nur noch gelegentlich Motocross, aber so ein Rennen macht mehr Spaß als eine Trainingseinheit“, so „Björner“ bei der Siegerehrung.

    Eine tolle Leistung vollbrachte auch der erst 14-jährige Cato Nickel (Vellahn), der mit einer 125er 2-Takter gegen die Konkurrenz einer überlegenen 450er 4-Takter auf dem 4. Platz landete.

    Die Gesamtführung nach zwei Renntagen übernahm Marvin Beier vor Dan Kirchenstein. Die Wertungsläufe um MV LM-Punkte in der 85-ccm-Klasse bestimmten Dominic Bielau und Niklas Ohm vom PSV Schwerin vor Gustav Busch (Friesack) für die Brandenburger LM. Komplettiert wurde das Rennprogramm durch Seifenwagen-Wertungsläufe. Leider waren nur 12 Gespanne dabei, von denen 10 die Läufe überstanden. Vom Publikum angefeuert holten sich Hannes Walter und Tim Gerloff auf ihrer Heimbahn den Tagessieg.

  • Montag, 6. Mai 2019 von Andreas Bischalski

    Geschichte & Natur

    Geschichte zum Anfassen im Wildtierpark

    Ende Mai ist es soweit: Der Wildtierpark-MV in Güstrow bekommt offiziell Zuwachs. Nach einem Jahr Bauzeit steht nun die Eröffnung der Erlebnis-Büdnerei an.

    Eine halbe Stunde Fußmarsch vom Hauptgebäude entfernt, steht der Schaubauernhof im Fachwerk-Stil mit Reetdach. In den sogenannten WiesenWelten können die Besucher das Leben und das Handwerk eines damaligen Büdners erkunden.
    Wir haben schon erste Eindrücke gesammelt und das neue Team aus der Büdnerei kennengelernt. Gemeinsam haben sie in den letzten Monaten fleißig gewerkelt, damit die Außen- und Innenbereiche des Schaubauernhofs nach und nach Gestalt annehmen.

    Britta Genz leitet die Geschicke in der Büdnerei. Sie behält den Überblick bei dem Projekt, kümmert sich um Gartenarbeit und Tierpflege. Außerdem ist sie gerne Ansprechpartnerin für Besucher und deren Fragen. Besonders freut sie sich auf die Tiere, die hier bald Einzug halten werden.

    An ihrer Seite hat sie Gudrun Bartels, die als gelernte Pferdewirtin die Tierpflege unterstützen wird. Des Weiteren stehen auch bei ihr Gartenarbeit und Besucherbetreuung auf dem Plan. Sie wird allerdings nicht nur in der Büdnerei anzutreffen sein, sondern auch den Kremser mit den Rheinisch Deutschen Kaltblütern führen, der regelmäßig in der Saison zwischen Festplatz und WiesenWelten pendelt.

    Der Dritte im Team ist Andreas Heiden, ein gelernter Landwirt. Er kennt sich mit dem Umgang von Haustierrassen aus und bringt jahrelange Erfahrungen als Tiefbaufacharbeiter und Baumaschinenführer mit. Privat lebt er ebenfalls auf einem Bauernhof und hat immer Tiere um sich herum. Auch er wird des Öfteren auf dem Kremser zu finden sein.

    Die Vierte im Bunde ist Carola Ehrke. Sie arbeitet bereits seit 2011 im Wildtierpark-MV, war bisher jedoch meist im SB-Restaurant tätig. Nun übernimmt sie ihr eigenes kleines Reich in der Büdnerei und kümmert sich um die Verpflegung. Selbstgebackene Brote, Kuchen, Gemüse mit Dips, Kräuterbutter - gesund, frisch und lecker soll es werden.

    Eines haben die vielseitigen Teammitglieder allerdings gemeinsam: Die Liebe für das Landleben und die Tiere.
    Sie sind jedoch nicht die Einzigen, die sich schon in der Büdnerei aufhalten. Auch Rommy die Kuh grast schon friedlich auf der Wiese vor den Stallungen. Ihr werden bald weitere alte Haustierrassen wie Schafe, Ziegen, Hühner und Enten Gesellschaft leisten. Insgesamt 20 Tiere werden in der Büdnerei zu finden sein.

    Mit 915.750 Euro wurde der rund 1,2 Millionen teure Bau vom LEADER-Programm der EU gefördert, welches insbesondere die Entwicklung des ländlichen Raumes unterstützt. Weitere 268.000 Euro übernimmt die Barlachstadt Güstrow.

    In den nächsten Wochen wird noch an kleinen Bauarbeiten und Feinschliffen gearbeitet, dann können die Besucher offiziell die Erlebnis-Büdnerei erkunden.

  • Dienstag, 30. April 2019 von Kevin Schöck

    Sport & Spass

    3. W&W Frühjahrscup: Eine kurze Windflaute verschiebt den Auftakt der Segelsaison auf dem Inselsee

    Endlich ist der Winter vorbei und die neue Segelsaison auf dem Güstrower Inselsee wurde am vergangenen Wochenende eröffnet. Zum traditionellen Auftakt des Jahres begrüßte der SV Einheit Güstrow e.V. seine Freunde und Gäste zum 3. W&W Frühjahrscup. Dem Start der Segelsaison stand also nach den letzten Vorbereitungen am Freitag nichts mehr im Wege und so eröffnete am vergangenen Samstag Christian Köhn, Ableitungsleiter Segeln und Wettfahrtleiter Jörg Hillenberg den 3. W&W Frühjahrscup auf dem Inselsee.

    Insgesamt 49 extra angereiste Seglerinnen und Segler mit 37 Booten aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin nahmen an unserer ersten Regatta teil. Nachdem die Windflaute am Samstag zum Beginn überwunden war, wurden zwei sportliche Wettfahrten mit drehenden Windrichtungen gesegelt. Bei diesem Frühjahrscup waren verschiedenste Bootsklassen vertreten. So konnten wir ein gemischtes Starterfeld aus Optimisten, Lasern, 420ern, und Ixylon-Segelbooten auf unserem Segelrevier begrüßen. Am zweiten Veranstaltungstag waren bessere Windverhältnisse, weshalb es auch ohne große Verzögerung mit dem Segeln begonnen wurde. Bei gutem Wind wurden am Sonntag noch drei Wettfahrten von den Teilnehmern absolviert. Am Ende konnte sich bei den Optimisten, dem größten Startfeld des 3. W&W Frühjahrscup, Sten-Ole Heidenreich vom ausrichtenden Verein „SV Einheit Güstrow e. V.“ den Sieg sichern. In der Bootsklasse Ixylon siegten Karoline und Gregor Zachäus und verzeichneten so einen optimalen Start in das Regattajahr 2019. „Nach zwei ereignisreichen Wettkampftagen freuen wir uns, dass wieder so viele junge und auch ältere Seglerinnen und Segler den Weg nach Güstrow gefunden haben. Ebenfalls danken wir unserem Sponsor der W&W Pflegedienstleistung MV GmbH sowie allen ehrenamtlichen Helfern für die tolle Unterstützung“, so Kevin Schöck, Verantwortlicher für die Öffentlichkeitsarbeit.

    Kevin Schöck
    SV Einheit Güstrow e. V.

  • Mittwoch, 17. April 2019 von Frauke Naumann

    Politik & Wirtschaft

    Vergabepraxis - Wie wichtig ist uns Regionalität?

    Gespräche mit Unternehmen unserer Stadt oder aus dem Umland gehören für mich zur täglichen Arbeit. Oft kommen wir auch auf die Geiz-ist-Geil-Mentalität unserer Gesellschaft zu sprechen und welche Probleme sie mit sich bringt. Bei diesem Austausch zeigt sich immer wieder, dass die Menschen ein immer stärkeres Bewusstsein für Qualität entwickeln und ihnen die Stärkung der Region sehr am Herzen liegt. Ganz anders sieht es meist im öffentlichen Bereich aus, so die Erfahrungen vieler unserer regionalen Unternehmen. Zwar wird bei öffentlichen Ausschreibungen der Nachweis verlangt, dass Löhne über den geltenden Mindestlohn gezahlt werden, aber mit einer angemessenen Honorierung von Dienstleistungen tun sie sich meist schwer. Den Zuschlag bekommt natürlich der günstigste Anbieter. Regionalität spielt dann keine Rolle mehr. Das geht sogar soweit, dass ein Amt kostenlose Dienstleistungen eines geförderten Vereins in Anspruch nimmt. Da beißt sich dann die Katze in den Schwanz: es wird eine Dienstleistung genutzt, die aus Steuergeldern gefördert, also von uns bezahlt wird.

    Im Gegenzug verliert eine im Amtsbereich ansässige Firma, die mit Gewerbe- und Lohnsteuern die Region stärkt, einen wichtigen Auftrag. Ist es wirklich sinnvoll, dass staatlich geförderte Institutionen so in die Marktwirtschaft eingreifen? Oder sorgt das zu einer Verzerrung des Wettbewerbs? Ist es sinnvoll, bei der Auftragsvergabe nur auf die Summe unter dem Strich zu schauen? Natürlich muss mit dem Geld der Steuerzahler sparsam umgegangen werden, aber haben wir nicht alle etwas davon, wenn es unseren kleinen und mittelständischen Unternehmen vor Ort gut geht? Schauen wir doch nur einmal in die Sportvereine, ohne das Sponsoring unserer Unternehmen wäre die Aufrechterhaltung vieler Wettkämpfe und Trainingseinheiten gar nicht mehr möglich.

    Wir möchten uns mit diesem Thema noch ausführlicher beschäftigen und würden uns auch über Ihre Meinung oder Erfahrungen freuen.
    Schreiben Sie uns an info@thema-guestrow.de oder auch gern per Post an thema: Das Güstrowjournal, Gertrudenstraße 28,18273 Güstrow.

  • Donnerstag, 4. April 2019 von Torsten Behncke

    Geschichte & Natur

    Für den Augenblick war es der stumme Sommer

    Neben der alles erschlagenden Hitze des Sommers 2018 war es auch der Mangel an Feldvögeln, der in Erinnerung bleibt. Bestenfalls, weil wir uns nicht sicher sein können, dass dies nicht das Finale des von Rachel Carsons 1962 prognostizierten stummen Frühlings ist.

    In seinem Buch wird in einer fiktiven Kleinstadt und ihrer Umgebung durch den Pestizideinsatz die vormals reiche Naturaustattung ausgelöscht und zum Ende erkranken die Einwohner.

    Als Einstieg wählen wir das Grünland. Nun, wo so viele Kiebitze im Frühjahrszug nicht nur am Himmel, sondern durchaus auch revieranzeigend auf den Feldern und Wiesen zu beobachten sind, ist es angezeigt auf die strukturelle und nicht die ausschließlich individuelle Verantwortung der Landwirtschaft am Verschwinden der Wiesenvögel hinzuweisen. Exemplarisch mag dafür der Kiebitz und sein Rückgang stehen. Denn so attraktiv er für Beutegreifer auch sein mag, sie tragen die Verantwortung nicht. Dafür sprechen die mit bis zu 25 Jahren sehr hohe Lebenserwartung und die Generationsfolge von fünf Jahren.

    Bis in die 70er Jahre des 19ten Jahrhunderts war der Kiebitz ein regelmäßiger Brutvogel der mecklenburgischen Grünländereien und Feuchtgebiete. Dabei werden seine Lebensbedingungen im Wesentlichen durch die Art und Intensität der Nutzung bestimmt. Dies lässt sich durch Wasserführung, Düngung und Schnittregime, also Zeitpunkt und Häufigkeit der Schnitte, aber auch die Viehdichte definieren. Dabei wird generell zwischen Wiesen und Weiden unterschieden. Letztere spielen in der Mutterkuhhaltung, Weidemast und in den Milchviehbetrieben bei der Jungrinderaufzucht eine Rolle. Dabei können dann auch die Kriterien der extensiven Bewirtschaftung erfüllt werden. Auf solchen Flächen finden sich je nach Ausstattung neben Feldhasen auch die verschiedensten Grünlandbrüter wie Kiebitz, Bekassine, Flußregenpfeifer, Wiesenpieper, Grauammer, Braunkehlchen und Schafstelze ihr Lebens- und Reproduktionsmöglichkeiten. Aber auch für viele andere Arten wie Weißstorch, Schleiereule und Turmfalke geben sie hervorragende Nahrungshabitate ab.

    Grünland, insbesondere Intensivgrünland mit den produktiven Vorgaben der Bereitstellung von proteinreichem (nicht höher als 20 cm geschnittenem) Grundfutter fällt als Reproduktionsfläche im normalen betrieblichen Ablauf aus. Denn nur bei Kenntnis der Neststandorte, dem Willen des Bewirtschafters und seiner Akzeptanz von entsprechenden Verlusten oder deren Kompensation durch die staatlichen Stellen, kann es hier zu erfolgreichen Bruten kommen. Dabei kann der „relativ tolerante“ Wiesenvogel Kiebitz noch auf „relativ“ intensiv bewirtschafteten Flächen siedeln. Bei all seiner hohen Anpassungsfähigkeit wie früherem Brutbeginn und zahlreichen Nachgelegen trifft er im intensiven Wirtschaftsgrünland auf seine Grenzen.

    Die Krux lässt sich an den Worten „relativ“ und „tolerant“ erahnen. Galten noch bis in die 1990er Jahre drei bis vier Schnitte als intensiv, so sind es heute bis zu sieben!. Das Problem sind die schwindenden Zeitfenster für einen erfolgreichen Brutverlauf. Denn der durchschnittliche Brutbeginn liegt zwischen Anfang März und Anfang April und die durchschnittliche Brutdauer beträgt 27 Tage.


    Die häufig auf Niedermoor oder zumindest anmoorigen Standorten befindlichen Wiesen leiden über den Winter unter dem Auffrieren und riesigen Maulwurfshaufen. Dem muss durch zeitiges Schleppen und Walzen zum Andrücken der Grasnarbe im Frühjahr begegnet werden. Dies erfolgt, wenn die Befahrbarkeit gewährleistet ist und fällt damit in den Zeitpunkt des Erstgeleges. Sollte der Brutbeginn nach dieser Maßnahme liegen, was selten passieren dürfte, und die Vegetation wächst nicht zu schnell, kann die Brut erfolgreich sein. In aller Regel läuft es aber anders ab und das Gelege wird beim Schleppen und Walzen zerstört oder bei der ersten Mahd ausgemäht. Dann weichen die Vögel mit dem Zweitgeleg in die Sommerungen und hier insbesondere den Mais aus. Denn das Gras auf dem intensiven Grünland wächst in der Hauptvegetationsphase mit 3 bis 8 mm pro Tag viel zu schnell für den Bruthabitatsanspruch des Kiebitzes. Allerdings bieten die frisch geschnittenen und durchschnittlich am nächsten Tag geräumten Flächen mit den vielen toten Tieren kurzzeitige Nahrungsflächen für Kiebitze, Störche, Reiher, Greifvögel und Eulen. Die Altvögel weichen nach der Maissaat auf „vegetationslosen“ Flächen und werden im Brutverlauf durch das rasante Wachstum der Maispflanzen, die dann schon 30 bis 45 cm hoch sind, überrascht. Die geschlüpften flugunfähigen Jungvögel finden sich teilweise mehrere hundert Meter durch ein Maislabyrinth von Futter- und Wasserversorgung abgeschnitten.

LESERBRIEF zum Offenen Brief vom 15. Januar 2019

Angeregt durch den Offenen Brief in der thema: Ausgabe vom  Februar 2019  möchte ich mich gern einmal zum Thema Bürgeranliegen/ Eingaben äußern:

Jeder kennt den Ausspruch: Von der Wiege bis zur Bahre, Formulare, Formulare. Und macht damit täglich Erfahrungen. So auch beim Thema Eingaben. 

Jusos im Landkreis mit neuem Vorstand

Auf der Kreisvollversammlung der Jusos im Landkreis Rostock, der Jugendorganisation der SPD, wurde am vergangenen Dienstag ein neuer Vorstand gewählt. Bei der Wahl zum Kreisvorsitz konnte sich der 19-jährige Güstrower Paul Kruse durchsetzen...

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